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Neuigkeiten von Rhea

Rhea ist nicht nur eine altgriechische Göttin sondern auch nach Titan der zweitgrößte Mond des Ringplaneten Saturn. Mit rund 1500 km Durchmesser  ist Rhea eine unwirtliche, bitterkalte Welt aus Gestein und Wassereis. Die NASA-Sonde Cassini hat dort nun kürzlich spektroskopisch eine dünne Atmosphäre nachgewiesen, die bemerkenswerterweise auch Sauerstoff und Kohlendioxid enthält. Der Sauerstoff stammt aber höchstwahrscheinlich nicht wie auf der Erde aus der Photosynthese von Pflanzen. Vielmehr entsteht er durch das Bombardement der vom Planeten abgewandten Seite des Mondes mit hochenergetischen Teilchen aus dem Magnetfeld des Saturn.

Der Gasplanet Saturn ist von einem Ringsystem aus Eis- und Felsbrocken umgeben. Quelle: NASA (http://www.ciclops.org/)

Wie auch der Mond der Erde wendet auch Rhea ihrem Planeten Saturn immer die gleiche Seite zu. Die Teilchenstrahlung bewirkt an der eisbedeckten Oberfläche von Rhea eine chemische Reaktion bei der die Wassermoleküle des Eises in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten werden.


Der Eismond Rhea vor dem Ringplaneten Saturn. Die Ringebene ist als dunkle Linie sichtbar. Quelle: NASA (http://www.ciclops.org/)

Woher allerdings das Kohlendioxid kommt, bleibt vorerst ein Rätsel. Denkbar, daß es bei der Zersetzung komplexer organischer Verbindungen entsteht. Ach Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen kommen theoretisch in Frage. Voraussetzung wäre allerdings eine Wärmequelle auf Rhea, zum Beipiel Vulkanismus, die zumindestens in einzelnen Regionen des Mondes für flüssiges Wasser sorgt. Doch bisher wurden  keine Hinweise auf eine solche Wärmequelle gefunden.

Beim Saturnmond Rhea werden bei mir spontan alte Kindheitserinnerungen wach. Damals in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren, die Zeit der bemannten Mondflüge, lief im deutschen Fernsehen die 7-episodige, in Deutschland produzierte Science-Fiction Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“  mit Dietmar Schönherr, als Major Cliff Allister McLane und Eva Pflug als Leutnant Tamara Jagellovsk  in den Hauptrollen. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch daran erinnern. 

Auf der Brücke der ORION: Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz), Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr), Leutnant Tamara Jagellovsk (Eva Pflug), Leutnant Hasso Sigbjörnsen (Claus Holm) Quelle: Bavaria Film 

Die Serie genießt inzwischen Kultstatus und wurde im Fernsehen mehrfach wiederholt, ja lief sogar im Kino (7 Stunden – Film-Nacht!). Erzählt werden auf amüsante Weise die Abenteuer der Besatzung des Raumschiffes ORION. Auf auf ihren Erkundungsflügen treffen sie auf Außerirdische, die Frogs, welche – wie sich bald herausstellt – eine Invasion der Erde planen. Schon am Anfang der 1. Episode legt McClane mit der ORION eine eindrucksvolle Landung auf dem Saturnmond Rhea hin, obwohl die Oberste Raumbehörde der Erde ihm das wegen des Risikos ausdrücklich verboten hat.

Landung der ORION auf Rhea (links), Start der ORION von der Unterwasserbasis (rechts) Quelle: Bavaria Film

Daraufhin wird er vom Major zum Commander degradiert, bekommt einen weiblichen Sicherheitsoffizier, Leutnant Tamara Jagellovsk, als Aufpasserin mit an Bord und die (Liebes)geschichte nimmt ihren Lauf…
 
Berühmt und geradezu programmatisch für die ganze Serie sind die Worte, die im Vorspann jeder Episode gesprochen werden:

„Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die ORION, winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die ORION und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit.“

Etwas von diesem Geist der späten 1960er Jahre würde ich mir heute wünschen, in einer Zeit der zunehmenden Intoleranz, in der sich allzuviele  Politiker und Intellektuelle darin gefallen, Überfremdungsängste zu schüren und das Ideal einer MULTIKULTURELLEN GESELLSCHAFT ausdrücklich für tot zu erklären.

Jens Christian Heuer

Quellen und Links: NASA Cassini, DVD Raumpatrouille ORION

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Kategorien:Planetologie Schlagwörter: , ,