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Die Whirlpool-Galaxie M 51 – Neujahrsgruß!

Die Whirlpool-Galaxie (Messier: M51, New General Catalogue: NGC 5194/5195) ist rund 30 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Man findet sie relativ leicht im Sternbild der Jagdhunde (Canes Venatici) unterhalb des ersten Deichselsterns des Großen Bären (Ursa Major). Die Galaxie wurde schon 1783 von dem französischen Astronomen Charles Messiers entdeckt und in seinen berühmten Katalog der Sternhaufen, Galaxien und Nebel aufgenommen (Katalognummer M 51). Später wurde noch ein alternativer Katalog solcher Objekte erstellt, der New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars.

Whirlpool-Galaxie (M51). Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. Quelle: Hubble Heritage Project (http://heritage.stsci.edu/gallery/gallery.html)

Deutlich erkennbar ist die Spiralstruktur der Galaxie. Die Spiralarme entstehen durch Dichtewellen innerhalb der galaktischen Scheibe und lassen sich leicht anhand der Ansammlungen von rot leuchtenden wasserstoffhaltigen Gaswolken(HII-Regionen)ausmachen, die durch nahegelegene Sterne ionisiert werden. Auffallend sind auch die in den Spiralarmen zahlreich vorhandenen leuchtkräftigen blauen Sterne.

In den roten HII-Regionen entstehen durch den Schwerkraftkollaps einzelner kleinerer Gaswolken neue Sterne, die dann langsam von ihren Geburtsstätten wegdriften und sich über die galaktische Schweibe verteilen. Die massereichen und leuchtkräftigen blauen Sterne der Spektralklassen O und B haben jedoch nur eine kurze Lebensdauer, da sie ihren Kernbrennstoff besonders schnell verbrauchen. Sie schaffen es daher kaum aus den Spiralarmen heraus. Die Spiralarme enthalten also nur junge Sterne. Die meisten Sterne der Galaxie sind allerdings älter und masseärmer und leuchten wesentlich schwächer (Spektralklassen M, K, G). Sie befinden sich hauptsächlich in den Regionen zwischen den Spiralarmen.

M51 (NGC 5194) hat eine Begleitgalaxie von irregulärer Struktur (NGC 5195)mit der sie über eine Materiebrücke verbunden ist. Die gravitative Wechselwirkung zwischen beiden Galaxien trägt wahrscheinlich zu der außergewöhnlich intensiven Sternentstehung in den Spiralarmen von M51 bei.

M51 ist eine Galaxie mit einem aktiven Kern. Dafür ist ein Schwarzes Loch veratwortlich, das große Materiemengen verschlingt.  Die einfallende Materie bildet eine Akkretionsscheibe, die das zentrale Schwarze Loch umgibt. In der Akkretionsscheibe werden durch Reibung große Mengen an Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung freigesetzt.

Allen Lesern wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr 2010, das uns allen hoffentlich persönlich Glück bringen wird und vielleicht auch wieder ein paar interessante astronomische Entdeckungen…

Jens Christian Heuer

Stichworte: Sterne, Sterntypen und Sternentwicklung -> Kleines Lexikon Astronomie

Kategorien:Fotogallerie